Die 99-Dollar-Mauer
Apple hat angefangen, Updates von vibe-gecodeten Apps zu blockieren. Der App Store ertrinkt offenbar in AI-generiertem Müll.
Das ist bemerkenswert, weil Apple die höchsten Eintrittsbarrieren im gesamten Software-Ökosystem hat. Mac-Pflicht. 99 Dollar im Jahr. Xcode, Zertifikate, Provisioning Profiles. Ein Review-Prozess, der Tage dauern kann.
Diese Barrieren waren offensichtlich, das zeigt sich jetzt, nie als Qualitätsfilter gedacht. Sie waren ein ökonomischer Moat. Aber sie haben zufällig eben auch als Qualitäts-Proxy funktioniert, weil jeder, der diese Hürden nahm, ein Mindestmaß an Investment mitbrachte.
Vibe-Coding zertrümmert diesen Proxy. 99 Dollar sind für einen AI-generierten App-Spam-Betrieb eine Rundungsdifferenz.
Google Play: 25 Dollar. Einmalig. Kein Mac nötig. Wenn Apples Damm schon bricht, war Googles nie wirklich da.
Ich frage mich, wo das noch gilt. Überall dort, wo der Aufwand, etwas zu produzieren, als impliziter Qualitätsbeweis diente, könnte dieselbe Logik gerade auseinanderfallen. Portfolios auf Freelancer-Plattformen. Blogposts. SaaS-Listings. Die Barriere filtert nach Aufwand. Wenn der Aufwand wegfällt, was filtert dann?
Apple verschärft den Review-Prozess. Das ist die naheliegende Antwort. Aber die trifft die vibe-gecodete Müll-App genauso wie die vibe-gecodete App, die tatsächlich ein Problem löst.
Fragt euch selbst (oder fragt eure AI): Wo in eurem Unternehmen dient der Aufwand, etwas herzustellen, als Beweis dafür, dass es gut ist?